+49 69 75 93 72 43

Herausforderungen bei der Abwicklung von Unternehmen – Ablauf einer Unternehmensauflösung

Planen Unternehmensauflösung

Im Jahr 2018 / 2019 wurden in Deutschland über 600.000 Unternehmen abgewickelt. Gründe dafür sind nicht immer Insolvenzen. Auch die wirtschaftlichen Herausforderungen bedingt durch COVID-19 können zur Aufgabe der Geschäftstätigkeit und Abwicklung führen. In dieser schwierigen Phase gilt es, mit ruhiger Hand zu planen, um Herausforderungen zeit- und kosteneffizient zu bewältigen.

In diesem Artikel widmen wir uns dem generellen Ablauf und den verschiedenen Phasen einer Unternehmensauflösung- und Abwicklung.

Der Auflösungs- bzw. Abwicklungsprozess einer juristischen Person (GmbH) lässt sich in 3 Stufen unterteilen:

Auflösung – Liquidation – Löschung

1. Stufe – Auflösung

Die Auflösung ist das Ende der werbenden Tätigkeit einer GmbH. Sie beginnt mit dem sogenannten Auflösungsbeschluss. Dabei handelt es sich um einen Gesellschafterbeschluss, welcher eine ¾ Mehrheit benötigt. Dieser Beschluss muss anschließend, in notariell beglaubigter Form, zur Eintragung im Handelsregister angemeldet werden (§ 65 GmbHG) (Hinweis: Die GmbH muss fortan in Geschäftsbriefen etc. den Zusatz „XY GmbH in Liquidation“ / „XY GmbH i.L.“ tragen).

Da mit der Auflösung der GmbH die Vertretungsbefugnis der Geschäftsführer erlöschen, sind zeitgleich die Liquidatoren zu ernennen. Diese müssen ebenfalls in das Handelsregister angemeldet werden (§ 67 GmbHG). Liquidatoren übernehmen die Vertretung der GmbH und sind dafür zuständig, das Unternehmen ordnungsgemäß abzuwickeln (§ 70 GmbHG). Nach der Anmeldung im Handelsregister gilt es, einen einmaligen Gläubigeraufruf in den „Gesellschaftsblättern“ (mindestens jedoch im Bundesanzeiger) zu veröffentlichen. Durch diesen Aufruf werden Gläubiger über die Auflösung informiert und sind aufgefordert, Ansprüche bei der Gesellschaft geltend zu machen.

2. Stufe – Liquidation

Mit dem Gläubigeraufruf startet das sogenannte Sperrjahr. Vor Ablauf des Sperrjahres darf kein Vermögen auf die Gesellschafter verteilt werden. Während des Sperrjahres wickeln Liquidatoren das Unternehmen wie folgt ab.

  • Beendigung laufender Geschäfte und Verträge mit Kunden & Lieferanten
  • Liquidierung des Vermögens
  • Forderungen einziehen
  • Verbindlichkeiten begleichen
  • Ordnungsgemäße Buchführung nach Liquidationsanforderungen (§ 71 GmbHG)

Nach Ablauf des Sperrjahres und nach Tilgung oder Sicherstellung der Schulden der Gesellschaft startet die Vermögensverteilung an die Gesellschafter.

3. Stufe – Abwicklung

Sobald die notwendigen Liquidationsmaßnahmen umgesetzt sind, ist die Liquidation beendet. Daraufhin müssen die Liquidatoren den Schluss der Liquidation zur Eintragung in das Handelsregister anmelden (§ 74 GmbHG). Nach der Eintragung im Handelsregister ist die Gesellschaft vollbeendet. Darüber hinaus sind die Geschäftsunterlagen sowie Buchhaltungsbelege des Unternehmens bis zu 10 Jahre zu archivieren (Aufbewahrungspflicht).

Lesen Sie auch unseren ersten Artikel zum Thema „Herausforderungen bei der Abwicklung von Unternehmen“.

Für die Koordination aller Aufgaben im Rahmen der Abwicklung stehen wir Ihnen zur Seite. Bei konkreten Fragen kontaktieren Sie uns gerne jederzeit unter contact@fae-consulting.de. Wir antworten Ihnen zeitnah!

Quellen:
https://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/unternehmensrecht/gmbh-liquidation/
http://ra-hoeffner.com/tag/rechte-und-pflichten-des-liquidators/
https://digitaler-mittelstand.de/business/ratgeber/gmbh-aufloesen-das-muessen-sie-wissen-14438
https://www.advocado.de/ratgeber/gesellschaftsrecht-ma/gmbh/gmbh-aufloesen.html

Kontaktieren Sie uns!

Wir beraten Sie gerne: +49 69 75 93 72 43

FAE Consulting, Frankfurt